Wo soll ich Eventmanagement studieren? Uni, FH oder Akademie?

Bevor man sich der Frage widmet, wo man studieren sollte, ist auch erstmal die Frage zu klären, warum man überhaupt studieren sollte. Im Folgenden sind einige Punkte aufgezählt, die für ein Hochschulstudium sprechen:

  • Manche berufliche Ziele lassen sich ohne akademischen Grad, also ein Studium, nicht verwirklichen.
  • Innerhalb eines Studiums lernst du, wissenschaftlich zu arbeiten. Diese sorgfältige Art ist z.B. für einen Job als Unternehmensberater Vorraussetzung.
  • Wenn du in die Forschung möchtest, bietet nur ein Studium die Möglichkeit, diese wissenschaftlichen Interessen ausführlich zu befriedigen.
  • Als Akademiker ist die Gefahr, später arbeitslos zu sein, bedeutend geringer als bei anderen Qualifikationsgruppen
  • Bestimmte Unternehmenshierarchien können nur mit einem Hochschulabschluss erreicht werden. Ansonsten stößt die irgendwann an die sogenannte „gläserne Decke“, an der die Karriereleiter aufhört.

Nun haben wir dir einige Vorteile pro Studium aufgezeigt. Aber welche Hochschule ist die richtige für dich und dein Eventmanagement-Studium? Das Studium im Event-Bereich gibt es nämlich sowohl an Universitäten (wenige) als auch an Fachhochschulen (viele). Hier geben wir dir einen Überblick über die verschiedenen Einrichtungen und erläutern Vor- und Nachteile.

Schnell-Links:
Eventmanagement studieren an einer Universität
Eventmanagement-Studium an einer Fachhochschule
Eventmanagement an einer Akademie/ Berufsakademie


Eventmanagement studieren an einer Universität:

Eine Universität hat zweifellos die höchsten Zugangsvorrausetzungen. Hier darf nur Eventmanagement studieren, wer das Abitur hat. Dementsprechend werden Unis auch als höchste Bildungseinrichtung gesehen. Das stammt daher, dass den Absolventen von Universitäten oft viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel ein Masterstudium, die Promotion (Doktorarbeit) oder der Jobeinstieg, offen stehen.

Aber wie läuft so ein Eventmanagement-Studium an einer Universität ab? Uni-Studenten werden wissenschaftlich ausgebildet. Das bedeutet, dass sie mit der Forschung in Berührung kommen und lernen müssen, wie man sorgfältig wissenschaftlich arbeitet. Für ein Studium an einer Uni muss man sehr viel Selbstdisziplin mitbringen, denn den größten Teil des Studiums muss man sich zu Hause oder mit anderen Studierenden selbst beibringen. Zwar wird in den Vorlesungen der konkrete Lehrstoff behandelt, aber großer Wert wird auf die Nacharbeit des Stoffes gelegt.

Für ein Eventmanagement-Studium an der Uni ist also Ehrgeiz angesagt. Dafür sind nach dem (guten) Abschluss interessante Stellen in Unternehmen in Aussicht. Alternativ ist natürlich auch das Master-Studium oder die Promotion möglich. Und die persönliche Entwicklung? Da man an der Uni öfters auf sich gestellt ist, sind die Absolventen eher Einzelkämpfer und durchsetzungsstärker. Zudem ist die Fähigkeit, selbstständig an Probleme heranzutreten und sie erfolgreich zu lösen, bei Studierenden einer Universität ausgeprägter als bei FH-Studierenden. Und Uni-Absolventen verdienen bei einem Berufseinstieg oftmals mehr als ihre Kollegen von Fachhochschulen. Im Laufe der Zeit reibt sich der Vorsprung aber auf.

Typisch für das Eventmanagement-Studium an der Universität:

  • Das Studium ist in der Regel als Vollzeitstudium konzipiert
  • Größere theoretische Ausrichtung und Grundlagenforschung
  • Ziel ist normalerweise keine spezifische Berufsausbildung, sondern der Erwerb einer allgemeinen Berufsbefähigung
  • Die Vorlesungen finden öfters mit bis zu 1.000 Studierenden statt
  • Der Master gilt als Regelabschluss

 

Eventmanagement studieren an einer Fachhochschule:

Wenn Abiturienten sich über ein (Eventmanagement) Studium informieren, denken sie zuerst an die Universität und unterschätzen, dass ein (Eventmanagement) Studium an einer Fachhochschule die bessere Wahl sein kann. Kleine Anmerkung: Aufgrund des Bologna-Prozesses benennen sich immer mehr Fachhochschulen in „Hochschulen“ um. Lass dich davon nicht irritieren, so will man zum Ausdruck bringen, dass sich die Abschlüsse von FH und Uni dank Bachelor und Master annähern.

Der bekannteste Unterschied einer FH zu einer Universität ist der Praxisbezug. Studienberater Michael Anziani formuliert den Unterschied so: „Während an einer Uni zehn verschiedene Theorien auswendig gelernt werden müssen, lernen die Studierenden an einer FH die drei anerkanntesten Theorien und setzen sie anhand von Fallbeispielen in einen praktischen Zusammenhang.“ Aufgrund dieses Unterschieds werden an Fachhochschulen auch häufiger kreative Studiengänge (z.B. Kunst) angeboten.

In der Organisation des Studiums liegt ein weiterer Unterschied: An einer FH wird der Studienplan wie in der Schule vorgegeben, man muss sich also nicht für bestimmte Kurse einschreiben. Und die Vorlesungen und Seminare finden in viel kleineren Gruppen als in der Uni statt. Während im Audimax einer Universität schon mal 1.000 Studierende sitzen können, findet man in FH Vorlesungen meist zwischen 40 und 100 Studierende.

Und noch etwas: An der FH kann auch studieren, wer kein Abitur gemacht hat. Vorraussetzung zum Studium ist nämlich die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Die erlangt man z.B. durch die Mittlere Reife zusammen mit einer Berufsausbildung.

Typisch für das Eventmanagement-Studium an einer FH:

  • großer Praxisbezug
  • angewandte Forschung (also wenig theoretisch)
  • Meist enge Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen aus der Wirtschaft
  • Studium in kleinen Gruppen
  • Ausbildung ist teilweise berufsbegleitend konzipiert
  • Bachelor als Regelabschluss



Bevor wir zur Beschreibung der Akademie/ Berufsakademie kommen, wollen wir auch noch die Gemeinsamkeiten des Eventmanagement-Studiums an einer Uni und FH aufzählen:

  • Zweistufige Studiengänge gemäß „Bologna-Model“: Bachelor und Master
  • drei Jahre Studiendauer bis zum Bachelor, dann 1,5 bis 2 Jahre bis zum Master-Abschluss
  • Bewertung der Studienleistungen nach dem europäischen Kreditpunktesystem. Dabei entspricht ein ECTS (Credit) einer Studienleistung von ca. 30 Stunden (Selbststudium inkl.)
  • Pflege von internationalen Hochschul-Partnerschaften und Förderung der Mobilität der Studierenden
  • Große Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen (insbesondere Englisch)

 

Eventmanagement an einer Akademie/ Berufsakademie:
Da gerade Eventmanagement an vielen Akademien und Berufsakademien angeboten wird, möchten wir dir diese Form der Ausbildung auch noch erläutern.

Grob gesehen darf sich jede Institution, die ein Bildungsangebot bereithält, Akademie nennen. Staatlich anerkannt ist sie dadurch nicht. Dennoch bieten private Akademien oft anerkannte Studienabschlüsse wie den Bachelor of Arts an. Erreicht wird das über eine Kooperation mit einer ausländischen (oft britischen) Hochschule. Man erhält als Eventmanagement-Studierender solch einer Akademie dann meist eine Urkunde der Akademie und einen (englischen) Bachelor. Der Bachelor ist theoretisch dank des Bologna-Prozesses überall gleich anerkannt, jedoch sollte man sich vor dem Studienbeginn über die Möglichkeiten eines Master-Studiums erkundigen. Es kann nämlich vorkommen, dass die Hürden für ein Master-Studium an einer anderen Hochschule mit einem englischen Abschluss deutlich steigen. Ansonsten bietet das Studium an einer Akademie die gleichen Vorteile wie an einer (privaten) Fachhochschule: Kleine Gruppe, praxisnahe Vorlesungen und moderne Ausstattung.

Eine Berufsakademie (BA) weist auch eine starke Praxisorientierung auf, ist aber keine Hochschule und verleiht daher auch keine akademischen Grade. An einer Berufsakademie findet ein Teil der Ausbildung eines Unternehmens statt. Diese duale Ausbildung (im Bereich Eventmanagement) ermöglicht, dass der Auszubildende bzw. Studierende zusätzlich noch einen Abschluss einer Berufsakademie erlangen kann. Das funktioniert, indem der Interessent einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen schließt, dass solch eine duale Ausbildung anbietet. Die eine Hälfte der Ausbildung wird dann im Unternehmen geleistet und die andere Hälfte in der Berufsakademie. Hierbei wechseln sich dann die Theorie- und Praxisphasen im Rhythmus von etwa drei Monaten ab. Bei einem erfolgreichen Abschluss erhält man dann einen Grad wie z.B. „Diplom-Betriebswirt (BA)“. Manche Berufsakademien bieten sogar akkreditierte Studiengänge an, bei denen man dann einen staatlich anerkannten Bachelor erhält.

Einen guten Überblick über diese Ausbildungsart gibt es unter http://de.wikipedia.org/wiki/Berufsakademie

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