Uni, FH oder Akademie – Wo soll ich Eventmanagement studieren?

Deutschland ist ein Land, das viele unterschiedliche Bildungsmöglichkeiten bietet. Du kannst deinen Traum vom Eventmanagement Studium an der Universität, Fachhochschule oder einer Akademie verwirklichen. Was bedeuten die einzelnen Hochschultypen genau? Welche Unterschiede gibt es innerhalb des Studiums oder welche Möglichkeiten bieten sich dir für ein Eventmanagement Studium? Wir klären deine offenen Fragen!

Wer eine wissenschaftliche Ausbildung sucht, geht an die Universität. Wer ein praktisches Studium absolvieren möchte, entscheidet sich für die Fachhochschule. Lange Zeit galt diese Grundregel in Deutschland. Doch mittlerweile hat sich die Hochschullandschaft enorm gewandelt. Neben altehrwürdigen staatlichen Universitäten, gibt es zahlreiche neue private Hochschulen, fachspezifische Akademien oder Weiterbildungszentren. Jedes Studium kannst du zudem bei zahlreichen Anbietern Vollzeit, dual oder berufsbegleitend absolvieren. Der Hochschulmarkt ist somit sehr vielfältig, für viele dadurch aber auch verwirrend.

Wir wollen dir helfen, einen Überblick über die verschiedenen Angebote zu erlangen, so dass du dir das für dich perfekte Studium im Eventmanagement aussuchen kannst.

Fünf Gründe zu studieren

Sollst du dich überhaupt für ein Studium entscheiden? Oder ist eine Ausbildung doch der bessere Weg in eine erfolgreiche Zukunft? Wir haben hier fünf Gründe für ein Studium zusammengefasst:

  1. Manche Berufswünsche lassen sich ohne ein Studium gar nicht erst verwirklichen.
  2. Viele Unternehmen erwarten von ihren Mitarbeitern wissenschaftliches Denken und eine akademische Herangehensweise bei Problemen. Diesen theoretischen Background erlernst du im Studium.
  3. Die Karrierechancen und Berufsaussichten für Akademiker sind besser und krisensicherer. Die Gefahr einer langen Arbeitslosigkeit verringert sich. Du hast somit eine gute Perspektive auf dem Arbeitsmarkt.
  4. Lebenslanges Lernen wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger. Auch im Beruf sind Weiterbildungen oder Zusatzqualifikationen von großer Bedeutung. Mit einem Studium zeigst du einem Arbeitgeber, dass du bereit dafür bist und den Willen dazu hast.
  5. Die Aussichten auf ein besseres Gehalt und ein wachsendes Einkommen steigen durch einen akademischen Abschluss erheblich.
junge Frau sitzt grübelnd vor Büchern

Du bist auf der Suche nach dem passenden Eventmanagement-Studiengang? In unserer Hochschuldatenbank findest alle Angebote. Klick dich durch!

Zu den Studiengängen

Wir haben dich überzeugt? Ein Studium klingt für dich spannend und du hast richtig Lust darauf? Dann helfen wir dir jetzt, den passenden Hochschultyp für dein Eventmanagement Studium zu finden. Wir zeigen dir die Unterschiede zwischen Universität, FH und Akademie und erklären dir, wo ihre Gemeinsamkeiten liegen.

Uni, FH oder Akademie? 

Eventmanagement an der Universität studieren

Universitäten sind in Deutschland die höchsten Bildungseinrichtungen. Das bedeutet, mit einem Uni-Abschluss stehen dir zahlreiche Wege offen. Du kannst in die Berufswelt starten, nach dem Bachelor problemlos noch einen Master dranhängen, danach sogar eine Doktorarbeit (Promotion) oder gar eine Habilitation schreiben und dich somit auf eine Laufbahn in der Wissenschaft oder der Forschung qualifizieren.

Die Wissenschaft im Fokus

Als Studierender an einer staatlichen Universität wirst du wissenschaftlich ausgebildet. Du erhältst Einblick in den aktuellen Forschungsstand deines Studienganges und lernst, wie du dich theoretisch und tiefgründig mit der Thematik auseinandersetzen kannst. Dabei fertigst du viele Hausarbeiten an, die ebenfalls eine wissenschaftliche Herangehensweise und das dazugehörige Verständnis erfordern. Der Praxisbezug ist an Universitäten nicht ganz so bedeutsam. Natürlich gibt es auch an Uni Praxismodule, in denen du das Eventmanagement von der anwendungsbezogenen Seite kennenlernst, nichtsdestotrotz stehen theoretische Inhalte bei diesem Studium im Vordergrund.

Die Organisation an der Uni

Die Organisationsstruktur an Universitäten ist relativ frei, vor allen Dingen im Vergleich zu Fachhochschulen. Natürlich gibt es hier auch einen vorgegebenen Rahmen von Pflicht- und Wahlmodulen, trotzdem kannst du deinen Studienverlauf deutlicher freier gestalten. Dies bedeutet aber auch, dass sich ein Studium an der Universität durch Selbstdisziplin und Eigeninitiative auszeichnet. Wenn du deine Vorgaben in einem Semester nicht schaffst, musst du es in einem anderen nachholen. Das kann dazu führen, dass sich deine Regelstudienzeit verlängert. An der Universität ist der Druck von außen während des Studiums nicht so allgegenwärtig; wenn du nachlässig bist, fällt es nicht direkt auf. Das macht die Freiräume eines Universitätsstudiums aus, ist aber nicht für Jedermann geeignet. Wenn du dich selbstständig und gut organisieren kannst, passt die Universität zu dir.

Das Eventmanagement Studium an der Universität ist anonymer, denn die Lerngruppen pro Semester sind groß und die Professoren kennen lange nicht jeden Studierenden persönlich. Wenn du persönlichen Kontakt zu Kommilitonen herstellen willst oder Fragen an die Dozenten hast, musst du dich eigenständig darum kümmern. Der Hochschultyp Universität lässt dir viel Spielraum, erwartet dadurch aber auch viel Eigeninitiative – in allen Belangen.

Bevor du dich jetzt zu sehr mit dem Gedanken an ein Eventmanagement Studium an der Universität anfreundest, muss zudem noch gesagt werden, dass es nur sehr wenige staatliche Unis gibt, die diesen Studiengang überhaupt im Programm haben. Die Auswahl im Eventmanagement ist eher gering. Wenn du also unbedingt an die Universität willst, musst du etwas intensiver nach dem passenden Eventmanagement Studium suchen.

Eventmanagement an der Fachhochschule studieren

Das Eventmanagement Studium an der Fachhochschule ist in vielen Punkten praxisorientierter ausgerichtet. Theorie und Wissenschaft spielen, wie bei jedem Studium, natürlich eine große Rolle und Aspekte aus dem aktuellen Forschungsstand befinden sich ebenfalls auf dem Lehrplan. Nichtsdestotrotz trotz liegt der Fokus nach der Fachhochschule verstärkt auf der Praxisorientierung. Dies ergibt sich auch aus der Tatsache, dass an Fachhochschulen häufiger kreative Studiengänge angeboten werden.

Wenn Abiturienten sich über ein Eventmanagement Studium informieren, denken sie zuerst an die Universität und unterschätzen, dass ein Studium an einer Fachhochschule vielleicht die bessere Wahl wäre. Dazu sei noch gesagt: Aufgrund des Bologna-Prozesses nennen sich immer mehr Fachhochschulen in "Hochschule" um. In einigen Fällen kann auch die Bezeichnung "University of Applied Science" vorkommen, aber auch diese meint nichts anderes als eine Fachhochschule.

Die Organisation an der FH

In der Organisation des Studiums liegt ein weiterer Unterschied: An einer FH wird der Studienplan wie in der Schule vorgegeben, man muss sich also nicht für bestimmte Kurse einschreiben. Und die Vorlesungen und Seminare finden in viel kleineren Gruppen als in der Uni statt. Während im Audimax einer Universität schon mal 1.000 Studierende sitzen können, findet man in FH-Vorlesungen meist zwischen 40 und 100 Studierende.

Und noch etwas: An der FH kann auch studieren, wer kein Abitur gemacht hat. Voraussetzung zum Studium ist nämlich die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife. Die erlangt man z.B. durch die Mittlere Reife zusammen mit einer Berufsausbildung.

Eventmanagement an der Akademie studieren

Der dritte Hochschultyp meint die sogenannten Akademien. Doch Vorsicht: Hier besteht Verwechslungsgefahr, denn auch private Hochschulen nennen sich hin und wieder "Akademie". Zudem darf eigentlich jede Institution, die ein Bildungsangebot bereithält, den Namen Akademie tragen. Staatlich anerkannt ist sie dadurch noch lange nicht, dennoch bieten private Akademien oft anerkannte Studienabschlüsse wie den Bachelor of Arts an. Erreicht wird das über eine Kooperation mit einer ausländischen (oft britischen) Hochschule. Studierende erhalten an einer solchen Akademie im Bereich Eventmanagement dann meist eine Urkunde der Akademie und einen (englischen) Bachelor.

Der Bachelor ist theoretisch dank des Bologna-Prozesses überall gleich anerkannt, jedoch sollte man sich vor dem Studienbeginn über die Möglichkeiten eines Masterstudiums erkundigen. Es kann nämlich vorkommen, dass die Hürden für ein Masterstudium an einer anderen Hochschule mit einem englischen Abschluss deutlich steigen. Ansonsten bietet das Studium an einer Akademie die gleichen Vorteile wie an einer (privaten) Fachhochschule: Kleine Gruppe, praxisnahe Vorlesungen und moderne Ausstattung.

Eine Berufsakademie weist eine starke Praxisorientierung auf, ist aber keine Hochschule und verleiht daher auch keine akademischen Grade. An einer Berufsakademie werden duale Studierende ausgebildet. Alle Infos zum dualen Studium Eventmanagement findest du hier!

Der Bologna-Prozess

junge Frau mit Laptop auf der Parkbank

Der Bologna-Prozess bezeichnet eine europäische Hochschulreform, die zur Vereinheitlichung des Studiums auf internationaler Ebene geführt hat. Im Zuge dieser Reform, die 1999 im italienischen Bologna von 29 europäischen Bildungsministern beschlossen wurde, wurden die beiden Abschlüsse Bachelor und Master eingeführt. Dadurch wurde ein einheitlicher und vergleichbarer europäischer Hochschulraum geschaffen.

Fazit: Drei Hochschultypen - Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Drei Hochschultypen, drei unterschiedliche Studiengegebenheiten. Und auch wenn sich Uni, FH und Akademie in vielen Punkten unterscheiden, gibt es doch einige Gemeinsamkeiten. Ein abschließendes Fazit lässt sich somit nur schwer ziehen, denn weder die Uni noch die FH sind der bessere oder schlechtere Weg. Du musst ganz alleine für dich entscheiden, welcher Typ Mensch du bist und welche Kriterien für dein zukünftiges Studium mehr Gewicht haben. Damit dir die Wahl nach der richtigen Hochschulart dennoch etwas leichter fällt, haben wir alle Punkte für dich nochmal zusammengefasst.

Achtung: Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beziehen sich in erster Linie auf den Vergleich von Universitäten und Fachhochschulen. Akademien stellen immer noch eine spezielle Form dar, denn zum Teil findet ihr akademischer Abschluss im Ausland statt oder es handelt sich um ein duales Studium.

  • zweistufige Studiengänge mit "Bachelor und Master"-Abschluss
  • sechs Semester bzw. drei Jahre Regelstudienzeit beim Bachelor, drei bis vier Semester beim Master
  • Fremdsprachenkenntnisse (vor allen Dingen Englisch) werden gefördert und sind wichtig
  • Universitäten und Fachhochschulen arbeiten mit internationalen Partnerschaften, die Möglichkeit von Auslandssemestern oder internationalen Praktika bestehen somit und sind im Eventmanagement sehr gefragt
  • die Berufschancen für Absolventen sind absolut vergleichbar: Während der Uni-Abschluss früher als hochwertiger galt, sind FH und Universität mittlerweile gleichwertig
  • hoher Praxisbezug an Fachhochschulen – hoher Theorie- und Wissenschaftsgehalt an der Universität
  • kleine Lerngruppen an der FH – Vorlesungen mit vielen Studierenden an der Uni
  • persönliche Betreuung an der FH – viel Anonymität an der Uni
  • strikter Zeitplan an der FH – viele Gestaltungsmöglichkeiten an der Uni

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